Hätte hätte Fahrradkette … Mit Karma raus aus den Schuldgefühlen – Folge 33

von Eva Balzer | Mindset & Glück

Schuld und Scham haben im Karmic Management keinen Platz. Mit diesen Argumenten und Übungen lösen sie sich einfach auf.

Den Podcast kannst Du auch hier anhören:

Eva Balzer Podcast Karma mal machen
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Schuld loslassen: Warum Du Dir aus karmischer Sicht keine Vorwürfe machen solltest

Es gibt Gefühle, die uns jede Leichtigkeit nehmen. Schuld gehört ganz sicher dazu.

Vielleicht kennst Du das: Du denkst immer wieder an eine Situation zurück und fragst Dich, warum Du damals nicht anders gehandelt hast, warum Du nicht besser aufgepasst hast, warum Du etwas gesagt hast, das Du heute bereust oder warum Dir ausgerechnet dieser Fehler passieren musste.

Schuld und Scham ziehen uns in die Vergangenheit. Sie rauben Energie, blockieren unsere Freude und lassen uns glauben, wir müssten uns ständig selbst verurteilen.

Im Karmic Management betrachten wir dieses Thema aus einer völlig anderen Perspektive. Und genau diese Sichtweise kann unglaublich entlastend sein.

Schuld ist ein Feind der Freude

Wenn wir Freude kultivieren möchten, müssen wir auch ihre größten Gegenspieler erkennen. Schuld gehört dazu.

Denn Schuld fühlt sich schwer an. Sie macht unbeweglich. Sie bindet unsere Aufmerksamkeit an etwas, das längst vorbei ist. Während unser Körper längst in der Gegenwart lebt, kreisen unsere Gedanken immer wieder um dieselbe Geschichte. "So hätte ich das nicht machen dürfen.", "Warum war ich nur so dumm?", "Wenn ich damals anders gehandelt hätte…" Doch genau hier beginnt das Missverständnis.

Das große Missverständnis über Kontrolle

Einer der wichtigsten Gedanken im Karmic Management lautet: Alles, was wir erleben, entsteht aus bereits gepflanzten Samen. Das gilt nicht nur für angenehme Ereignisse, sondern auch für unangenehme.

Wenn Dir heute etwas herunterfällt, wenn Du Dich verletzt, einen Fehler machst oder etwas verlierst, dann ist das nach karmischer Sichtweise nicht deshalb passiert, weil Du "versagt" hast. Es ist die Reifung eines früher gepflanzten Samens.

Das bedeutet nicht, dass wir keine Verantwortung übernehmen. Es bedeutet aber, dass wir aufhören können, uns für Dinge zu bestrafen, die in diesem Moment gar nicht anders hätten passieren können.

Dieser Gedanke wirkt zunächst ungewohnt aber wenn man ihn wirklich versteht, entsteht etwas sehr Wertvolles: Er nimmt der Vergangenheit ihre Macht.

Die meisten Menschen glauben, sie hätten in jeder Situation vollständig anders handeln können. Karmic Management stellt diese Annahme infrage.

Wenn ein bestimmter Same aufgeht, erleben wir genau diese Situation mit diesen Gedanken und genau diese Handlungsmöglichkeiten. Das bedeutet nicht, dass wir hilflos sind. Es bedeutet lediglich, dass wir den gegenwärtigen Moment nicht mehr rückwirkend verändern können. So wie eine Pflanze, die bereits aus der Erde wächst, nicht wieder zurück in den Samen gesteckt werden kann.

Das Geschehene ist Ausdruck früherer Ursachen. Unsere Freiheit liegt nicht im Rückwärtsdenken. Unsere Freiheit liegt darin, welche Ursachen wir jetzt setzen.

Schuld hilft nicht – Handeln schon

Viele Menschen verbringen erstaunlich viel Zeit damit, sich selbst Vorwürfe zu machen. Doch was verändert das? Nichts. Im Gegenteil. Schuld bindet Energie, die wir viel sinnvoller einsetzen könnten.

Wenn ich mich verbrannt habe, hilft es nicht, mich stundenlang dafür zu kritisieren. Ich kann die Wunde versorgen. Ich kann überlegen, welche Samen ich künftig für Gesundheit und Achtsamkeit pflanzen möchte, ich kann daraus lernen aber ich muss mich nicht verurteilen. Das ist der entscheidende Unterschied.

Die Vergangenheit ist nicht Deine Identität

Ein weiterer wichtiger Gedanke im Karmic Management lautet: Du bist nicht die Person, die Du vor zehn oder zwanzig Jahren warst. Wir verändern uns ständig. Mit jedem Gedanken, mit jeder Entscheidung, mit jedem Samen, den wir pflanzen. Trotzdem identifizieren wir uns oft vollständig mit früheren Versionen unserer selbst. Wir schauen zurück und sagen: "Wie konntest Du nur?" Dabei beurteilen wir eine frühere Version unseres Selbst mit dem Wissen und den Erfahrungen, die wir damals noch gar nicht hatten. Das ist weder fair noch hilfreich.

Stattdessen dürfen wir anerkennen: Damals waren andere Samen aktiv, heute können wir neue pflanzen.

Höre auf, andere zu beschuldigen

Im Karmic Management reicht das Wissen allein nicht aus, auf das Verstehen folgt immer die Praxis. Wenn wir uns selbst weniger verurteilen möchten, dürfen wir beginnen, auch andere weniger zu verurteilen.

Warum? Weil jede Handlung einen Samen hinterlässt. Wenn wir ständig andere kritisieren, ihnen die Schuld geben oder sie innerlich verurteilen, pflanzen wir genau die Samen dafür, später auch uns selbst auf dieselbe Weise zu begegnen.

Deshalb lohnt sich die Frage: Wo suche ich noch Schuldige? Im Partner? Bei Kollegen? In der Familie? Oder vielleicht sogar im Straßenverkehr? Jeder Moment, in dem wir bewusst auf Schuldzuweisungen verzichten, wird zu einem neuen Samen. Einem Samen für mehr Leichtigkeit, mehr Mitgefühl und letztlich auch für einen freundlicheren Umgang mit uns selbst.

Verantwortung statt Selbstverurteilung

Manchmal entsteht die Sorge: "Heißt das jetzt, ich muss keine Verantwortung mehr übernehmen?" Ganz im Gegenteil. Karmic Management lädt uns dazu ein, Verantwortung auf einer viel tieferen Ebene zu übernehmen. Nicht indem wir uns kleinmachen sondern indem wir verstehen: Die Vergangenheit ist abgeschlossen. Die Gegenwart ist der Ort, an dem wir neue Ursachen setzen. Statt Energie in Schuld zu investieren, investieren wir sie lieber in hilfreiche Handlungen. In Großzügigkeit, Mitgefühl, Ehrlichkeit, in den Schutz von Leben, also in all die Samen, aus denen später genau die Welt entsteht, die wir erleben möchten.

Schuld loslassen ist ein aktiver Prozess

Natürlich verschwinden Schuldgefühle nicht über Nacht, gerade alte Verletzungen oder belastende Erinnerungen brauchen Zeit. Doch jedes Mal, wenn wir uns daran erinnern, dass die Vergangenheit bereits vergangen ist und wir heute neue Samen pflanzen können, wird das Schuldgefühl ein kleines Stück leichter und an seine Stelle tritt etwas anderes: Verantwortung ohne Selbstverurteilung, Lernen ohne Selbsthass und Wachstum ohne Scham.

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