Frieden mit den Eltern finden – Warum Verständnis vor allem dir hilft – Folge 99

von Eva Balzer | Mindset & Glück

Das Verhältnis zu den eigenen Eltern gehört für viele Menschen zu den schwierigsten Beziehungen überhaupt. Verletzungen aus der Vergangenheit können uns ein Leben lang begleiten – selbst dann, wenn unsere Eltern längst nicht mehr leben. Doch was wäre, wenn es gar nicht darum geht, die Vergangenheit schönzureden, sondern Frieden damit zu finden? 🌱

In dieser Folge lernst du, warum Eltern aus Sicht des Karmic Managements zu den stärksten karmischen Objekten überhaupt gehören. Du erfährst, weshalb Fairness und Verständnis nicht bedeuten, vergangene Verletzungen zu verdrängen, sondern neue Samen für mehr Frieden, Wertschätzung und Glück in deinem eigenen Leben zu pflanzen. 💛

Den Podcast kannst Du auch hier anhören:

Eva Balzer Podcast Karma mal machen
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Frieden mit Deinen Eltern: Warum Deine Beziehung zu Deinen Eltern Dein Leben verändern kann

Die Beziehung zu unseren Eltern ist für viele Menschen ein schwieriges Thema. Manche haben ein enges und liebevolles Verhältnis, andere erleben Distanz, Konflikte oder alte Verletzungen, die auch im Erwachsenenalter immer wieder hochkommen.

Vielleicht kennst Du das selbst: Du denkst, Du hast längst mit Deiner Kindheit abgeschlossen – und dann sagt oder tut Dein Vater oder Deine Mutter etwas, das Dich sofort wieder trifft.

Im Karmic Management lohnt es sich deshalb, genauer hinzuschauen. Denn die Beziehung zu Deinen Eltern kann Dir nicht nur etwas über Deine Vergangenheit zeigen. Sie kann Dir auch Hinweise darauf geben, welche karmischen Samen Du selbst in der Vergangenheit gepflanzt hast und was Du heute verändern kannst.

Deine Verletzungen sind real

Bevor es um Karma geht, ist eines wichtig: Wenn Du durch Deine Eltern verletzt wurdest, bedeutet das nicht, dass Du Dir Deinen Schmerz einfach „einbildest“. Vielleicht hast Du Dich als Kind nicht gesehen, nicht verstanden oder nicht ausreichend geliebt gefühlt. Vielleicht gab es Kritik, Ablehnung oder andere Erfahrungen, die tiefe Wunden hinterlassen haben.

Bei manchen Menschen sind die Erfahrungen noch viel schwerwiegender – etwa durch Gewalt oder Missbrauch. Solche Erlebnisse sollte man nicht kleinreden oder mit einem einfachen „Du musst Deinen Eltern vergeben“ abtun. Frieden mit Deinen Eltern bedeutet deshalb nicht, dass Du schädliche Beziehungen aufrechterhalten musst, es bedeutet zunächst, ehrlich hinzuschauen: Wie ist Dein Verhältnis zu Deinen Eltern wirklich? Was tut noch weh? Wo bist Du wütend oder enttäuscht? Und was könntest Du tun, um innerlich freier zu werden?

Frieden zu finden hilft vor allem Dir

Wenn Du mit Deinen Eltern im Streit, in Enttäuschung oder in alten Vorwürfen festhängst, trägst Du diese Gefühle mit Dir herum. Vielleicht leben Deine Eltern sogar noch. Auch wenn sie das nicht mehr tun ist sinnvoll, Frieden mit ihnen zu suchen.

Nicht indem Du plötzlich alles gut findest, das sie jemals getan haben sondern indem Du aufhörst, Deine Eltern ausschließlich durch die Brille Deiner Verletzungen zu betrachten. Denn unsere Wahrnehmung ist selektiv, wir erinnern uns besonders stark an das, was uns wehgetan hat. Aber wie wäre es, wenn Du einmal das gesamte Bild betrachtest?

Deine Eltern haben Dir das Leben ermöglicht. Sie haben Dich als Kind versorgt, ernährt, gekleidet und beschützt. Sie haben Dir Dinge beigebracht und sich – in welcher Form auch immer – um Dich gekümmert. Das bedeutet nicht, dass dadurch alles andere automatisch in Ordnung ist. Aber vielleicht kannst Du gleichzeitig sagen: „Ja, da gab es Dinge, die mich verletzt haben. Und es gab auch Dinge, die meine Eltern gut gemacht haben.“ Beides darf gleichzeitig wahr sein.

Deine Eltern konnten nicht besser

Ein wichtiger Gedanke im Karmic Management ist die Frage: Konnten Deine Eltern überhaupt anders handeln?

Das ist keine Entschuldigung für verletzendes Verhalten. Es ist ein Versuch, die Perspektive zu erweitern. Auch Deine Eltern sind Menschen mit ihrer eigenen Geschichte, ihren eigenen Verletzungen, Ängsten und Begrenzungen. Sie konnten Dir möglicherweise nur das geben, was sie selbst zur Verfügung hatten. Wenn Du selbst Kinder hast, kennst Du vielleicht bereits diese Erkenntnis: Du kannst Dich noch so sehr bemühen – Du wirst trotzdem nicht alles richtig machen. Du gibst Deinen Kindern nicht nur Deine besten Eigenschaften weiter. Du gibst auch Deine eigenen ungelösten Themen weiter. Das bedeutet: Auch Deine Eltern haben sich möglicherweise bemüht und trotzdem Fehler gemacht. Wenn Du beginnst, das zu verstehen, entsteht etwas sehr Wertvolles: Verständnis statt ausschließlich Verurteilung.

Erstelle ein vollständigeres Bild

Eine einfache Übung kann dabei helfen. Nimm Dir einen Moment und schreibe auf, was Deine Eltern alles für Dich getan haben. Welche Eigenschaften haben sie? Was haben sie in ihrem Leben geschafft? Was hast Du von ihnen gelernt? Was haben sie Dir ermöglicht? Und dann kommt der entscheidende Punkt: Schreibe kein „Aber“ dahinter.

Wenn Du beispielsweise feststellst: „Meine Mutter war unglaublich großzügig“, musst Du nicht sofort hinzufügen: „Aber sie hat mich trotzdem oft kritisiert.“ Die Kritik darf existieren. Du musst sie nicht vergessen. Aber Du musst auch die Großzügigkeit nicht vergessen. So entsteht ein differenzierteres Bild.

Dadurch pflanzt Du Samen für Fairness, Verständnis und einen umfassenderen Blick auf andere Menschen - und diese Samen können später auch zu Dir zurückkommen. Denn vielleicht möchtest Du selbst nicht, dass Deine Kinder irgendwann nur Deine Fehler sehen.

Deine Eltern können ein Spiegel sein

Noch tiefer wird die Betrachtung, wenn Du Deine Eltern als Spiegel verstehst. Wenn Du beispielsweise immer wieder erlebst, dass Du Dich von Deiner Mutter nicht gesehen fühlst, kannst Du Dich fragen:

  • Wo sehe ich selbst andere Menschen nicht?
  • Wenn Du Dich über die Selbstbezogenheit Deines Vaters ärgerst:
  • Wie selbstbezogen verhalte ich mich selbst manchmal?
  • Wenn Du Ungerechtigkeit bei Deinen Eltern wahrnimmst:
  • Wo habe ich selbst Ungerechtigkeit gepflanzt?

Denn vielleicht hast Du Deine Eltern bisher vor allem als Ursache Deines Problems gesehen. Im Karmic Management kannst Du stattdessen fragen: „Was kann ich aus dieser Situation über mich lernen?“ Dann werden Deine Eltern zu einem Spiegel und sogar zu einem Geschenk. Nicht, weil alles, was passiert ist, gut war sondern weil Du etwas daraus machen kannst.

Eltern sind besonders hohe karmische Objekte

Im Karmic Management werden Eltern als sogenannte hohe karmische Objekte betrachtet. Der Gedanke dahinter: Unsere Eltern haben eine außergewöhnlich wichtige Rolle in unserem Leben. Ohne sie wären wir nicht hier. Wenn Du Deinen Eltern Gutes tust, ihnen zuhörst, ihnen mit Verständnis begegnest oder ihnen hilfst, pflanzt das deshalb besonders kraftvolle karmische Samen.

Umgekehrt gilt auch: Wenn Du sie mit großer Härte beurteilst oder ihnen bewusst Schaden zufügst, können auch daraus besonders starke karmische Konsequenzen entstehen.

Das bedeutet nicht, dass Du Dich ausnutzen lassen musst. Es bedeutet vielmehr, dass Du Dir bewusst machen kannst, welche Bedeutung diese Beziehung für Deine eigene Entwicklung hat.

Frieden bedeutet Befreiung

Vielleicht ist der wichtigste Punkt: Frieden mit Deinen Eltern ist kein Geschenk, das Du Deinen Eltern machst. Es ist vor allem ein Geschenk an Dich selbst.

Solange Du in alten Vorwürfen gefangen bist, tragen diese Verletzungen einen Teil Deiner Aufmerksamkeit. Du bleibst innerlich an der Vergangenheit gebunden. Wenn Du dagegen sagen kannst: „Ja, das ist passiert. Es hat mich verletzt. Aber ich möchte nicht mein ganzes Leben davon bestimmen lassen.“ dann entsteht Freiheit. Du musst nicht vergessen. Du musst auch nicht alles gutheißen. Du darfst verstehen, vergeben und gleichzeitig klare Grenzen haben.

Und vielleicht verändert sich dadurch sogar Deine Beziehung zu anderen Menschen. Denn wenn Du lernst, Deine Eltern vollständiger und fairer zu sehen, fällt es Dir leichter, auch Deinen Partner, Deine Kinder, Deine Kollegen und Deine Freunde mit mehr Verständnis zu betrachten.

Der Frieden mit Deinen Eltern kann damit zu einem Wendepunkt werden. Nicht, weil plötzlich alles perfekt ist sondern weil Du aufhörst, ausschließlich auf das zu schauen, was fehlt – und beginnst, das gesamte Bild zu sehen.

Du kannst Deine Vergangenheit nicht verändern. Aber Du kannst verändern, welche Samen Du heute aus ihr heraus pflanzt.

Und genau darin liegt eine große Freiheit des Karmic Managements.

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Eva Balzer Buch

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