Was mache ich mit Wut? – Folge 38

von Eva Balzer | Mindset & Glück

Im Podcast wurde ja schon einige Male erwähnt, dass Wut die guten Samen zerstört und es deshalb eine blöde Idee ist, wütend zu werden. Aber wie mache ich das bitteschön? Man kann sie ja nicht einfach ignorieren und unterdrücken. Stimmt! Aber mit dem Verständnis über die zwei Ehemänner in der Küche löst sich die Wut mit der Zeit auf. Wie genau das funktioniert, erkläre ich in der neuen Podcast-Folge.

Den Podcast kannst Du auch hier anhören:

Eva Balzer Podcast Karma mal machen
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Was mache ich mit meiner Wut?

Wut gehört zum Menschsein. Mal ist sie nur ein kurzer Ärger über eine unfreundliche Bemerkung, mal fühlt sie sich an wie ein Feuer, das alles mitreißen möchte.

Vielleicht fragst Du Dich: Soll ich meine Wut einfach unterdrücken? Muss sie nicht irgendwie raus? Oder sollte ich sie integrieren?

Im Karmic Management gibt es darauf eine Antwort, die zunächst ungewöhnlich klingt. Denn hier geht es nicht darum, Wut wegzudrücken oder auszuleben. Es geht darum, ihre Ursache zu verstehen. Und genau darin liegt der Schlüssel, sie nachhaltig aufzulösen.

Wut im Karmic Management

Im Karmic Management heißt es oft, dass Wut besonders starke karmische Folgen hat. Das kann erst einmal erschreckend wirken, doch dabei geht es nicht darum, Dir Angst zu machen.

Es geht darum zu verstehen, dass Wut nicht nur den aktuellen Moment beeinflusst. Sie pflanzt auch neue Samen für zukünftige Erfahrungen. Wenn wir aus Wut heraus sprechen oder handeln, erschaffen wir häufig genau die Konflikte, die wir eigentlich vermeiden möchten.

Die gute Nachricht lautet: Das lässt sich verändern.

Der 2. Ehemann in der Küche

Um dieses Prinzip zu erklären, nutzten wir im Karmic Management eine Geschichte: Stell Dir vor, eine Mutter hat einen stressigen Alltag. Beruf, Kinder, Haushalt – alles gleichzeitig. Eines Tages bittet ihr Chef sie, am nächsten Morgen besonders früh zur Arbeit zu kommen. Sie erklärt ihren Kindern die Situation und bittet sie, sich morgens rechtzeitig fertig zu machen.

Die Kinder versprechen es. Am nächsten Morgen ist jedoch alles wie immer: Schlafanzüge, Chaos und keine Spur von Eile. Die Mutter verliert die Geduld. Sie schreit ihre Kinder an und macht ihnen Vorwürfe.

Eine Woche später kommt sie nach einem langen Arbeitstag nach Hause. Sie freut sich auf eine herzliche Begrüßung durch ihren Mann. Doch stattdessen empfängt er sie mit Vorwürfen: "Wo bleibst Du denn? Ich habe schon längst mit Dir gerechnet!"

In diesem Moment passiert etwas Interessantes: Aus Sicht des Karmic Management stehen plötzlich zwei Ehemänner in der Küche: Der erste Ehemann ist der, den wir alle spontan sehen. Er scheint einfach schlechte Laune zu haben und grundlos unfreundlich zu sein. Genau über diesen Menschen werden wir wütend.

Der zweite Ehemann ist unsichtbar: Er entsteht aus den Samen, die wir selbst irgendwann in der Vergangenheit gepflanzt haben. In diesem Beispiel wäre das der Moment gewesen, als die Mutter ihre Kinder angeschrien hat. Diese Handlung hat einen karmischen Samen in unserem Geist hinterlassen. Dieser Same reift heran und zeigt sich nach einiger Zeit als Erfahrung: Nun wird die Mutter selbst angeschrien.

Ob diese Sichtweise für Dich sofort nachvollziehbar ist oder nicht, spielt zunächst keine Rolle. Entscheidend ist die Frage: Was passiert mit Deiner Wut, wenn Du beginnst, diese Möglichkeit zumindest in Betracht zu ziehen?

Wut löst sich nicht durch Unterdrücken auf

Man denkt, es gibt nur zwei Möglichkeiten: die Wut herauszulassen oder sie herunterzuschlucken. Karmic Management schlägt einen dritten Weg vor. Wenn Du bemerkst, dass Du wütend wirst, musst Du die Emotion nicht verleugnen. Natürlich ist sie da, aber Du musst ihr auch nicht automatisch folgen.

Stattdessen kannst Du Dir einen kurzen Moment nehmen und Dich fragen: Was wäre, wenn diese Situation gerade aus meinen eigenen Samen entstanden ist?

Allein dieser Gedanke verändert häufig bereits etwas. Denn sobald Du nicht mehr glaubst, dass der andere Mensch völlig unabhängig von Dir existiert und Dich einfach grundlos angreift, verliert die Wut oft einen Teil ihrer Kraft.

Eine Strategie für den Alltag

Natürlich gelingt das nicht immer sofort. Wenn die Emotion bereits mit voller Wucht da ist, ist klares Denken oft schwierig. Deshalb empfiehlt Karmic Management einen ganz praktischen Schritt: Zieh Dich für einen Moment aus der Situation zurück.

Atme tief durch.

Erinnere Dich an den „2. Ehemann in der Küche". Nicht, um Dir Vorwürfe zu machen, sondern um Dich daran zu erinnern, dass Du jetzt entscheiden kannst, welche Samen Du als Nächstes pflanzen möchtest.

Vielleicht gehst Du kurz ins Bad, verlässt für einige Minuten den Raum, sagst einfach: "Ich brauche einen Moment. Lass uns gleich weitersprechen."

Diese kleine Pause kann verhindern, dass aus einem Konflikt ein großer Streit wird.

Warum dieser Moment so entscheidend ist

Aus karmischer Sicht ist genau dieser Augenblick der Wendepunkt. Wenn Du aus Deiner Wut heraus zurückschreist, pflanzt Du neue Samen für zukünftige Konflikte. Der Streit endet dann vielleicht heute, doch seine Ursache lebt weiter. Entscheidest Du Dich stattdessen bewusst für einen anderen Umgang, unterbrichst Du diesen Kreislauf.

Das bedeutet nicht, dass Du alles schlucken musst, es bedeutet lediglich, nicht automatisch mit Wut zu reagieren.

Geduld ist eine Form von Stärke

Im Karmic Management gehört Geduld zu den wichtigsten Fähigkeiten überhaupt. Dabei geht es nicht darum, alles hinzunehmen, Geduld bedeutet vielmehr, einen Moment zwischen Reiz und Reaktion entstehen zu lassen.

Niemand schafft das sofort. Vielleicht fällt Dir erst nach einem Streit auf, dass Du anders hättest reagieren können. Nachdem Du eine Weile geübt hast, bemerkst Du Deine Wut bereits mitten im Gespräch. Irgendwann gelingt es Dir vielleicht sogar, ruhig zu bleiben, obwohl jemand laut wird.

Das ist kein Zufall. Jeder bewusste Versuch pflanzt neue Samen – auch dann, wenn er noch nicht perfekt gelingt. Im Karmic Management geht es deshalb nicht um Perfektion, sondern um Übung.

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