Demenz ist fürchterlich - sowohl für die Betroffenen als auch für die Angehörigen. In dieser Folge diskutiert die Demenz-Spezialistin Julia Bernsee mit mir, was Du pflanzen kannst, damit es für Dich leichter wird, sich um einen Angehörigen zu kümmern, damit es der dementen Person besser geht UND damit Du es im Alter nicht bekommst!
Den Podcast kannst Du auch hier anhören:
Demenz aus karmischer Sicht: Was Du tun kannst – für Deine Eltern und für Dich selbst
Demenz gehört zu den größten Herausforderungen, denen Familien begegnen können. Wenn ein geliebter Mensch beginnt zu vergessen, verändert sich nicht nur sein Leben – auch das Leben seiner Angehörigen gerät aus dem Gleichgewicht. Viele erleben Angst, Hilflosigkeit, Trauer und die quälende Frage: Warum passiert das?
In einem Gespräch mit der Demenzexpertin Julia Bernsee haben wir uns dieser Frage aus der Perspektive des Karmic Managements genähert. Dabei geht es nicht darum, medizinische Ursachen zu ersetzen oder einfache Antworten zu liefern. Vielmehr möchten wir einen Blickwinkel eröffnen, der Hoffnung schenkt und zeigt, wo wir selbst handlungsfähig bleiben.
Demenz betrifft immer zwei Menschen
„Es geht bei Demenz nicht nur um meine Mutter. Es geht auch um mich. Da ist meine Mutter, die immer mehr vergisst, die Angst hat und sich langsam in eine andere Welt aufmacht. Und da bin ich, das Kind, das zurückbleibt und erlebt, wie die Mutter Stück für Stück geht. Diese beiden Perspektiven verdienen gleichermaßen Mitgefühl.“ (Julia)
Viele Angehörige erlauben sich kaum, über ihre eigenen Gefühle zu sprechen. Dabei gehören Überforderung, Wut, Schuldgefühle und Trauer ganz selbstverständlich zu diesem Prozess. Sich diese Gefühle einzugestehen, ist kein Egoismus – sondern der erste Schritt, liebevoll mit sich selbst umzugehen.
Hinter der Krankheit stehen oft Angst und Kontrollverlust
Ein großes Thema ist der enorme Kontrollverlust, den Menschen mit Demenz erleben. In den lichten Momenten spüren viele sehr genau, dass ihnen etwas entgleitet. Das kann Wut auslösen – nicht gegen andere, sondern gegen die eigene Ohnmacht.
Hinzu kommt etwas, das viele Angehörige ebenfalls beobachten: Alte, nie verarbeitete Verletzungen scheinen plötzlich wieder an die Oberfläche zu kommen. Traumatische Kriegserfahrungen, familiäre Konflikte oder jahrzehntelang verdrängte Gefühle zeigen sich oft mit großer Intensität.
Gerade die Generation unserer Eltern und Großeltern hatte meist keine Möglichkeit, solche Erfahrungen therapeutisch aufzuarbeiten. Was viele Jahrzehnte unter Kontrolle gehalten wurde, bricht manchmal genau dann hervor, wenn diese Kontrolle nachlässt.
Für uns ist das auch eine Einladung, unsere eigenen Themen heute anzuschauen – nicht aus Angst vor der Zukunft, sondern weil Heilung immer im Hier und Jetzt beginnt.
Achte auf Deine Sprache
Aus Sicht des Karmic Managements entstehen Angst und Unsicherheit nicht zufällig. Sie haben Ursachen – und eine davon ist die Art, wie wir sprechen. Deshalb kann ein erster ganz praktischer Schritt sein, bewusst auf die eigene Sprache zu achten:
- freundlich statt verletzend sprechen,
- ehrlich statt manipulativ kommunizieren,
- verbinden statt trennen,
- Sicherheit schenken statt Angst verbreiten.
Wenn Deine Mutter oder Dein Vater Angst erleben, kannst Du vielleicht nicht die Krankheit heilen, aber Du kannst jeden Tag dazu beitragen, mehr Ruhe, Vertrauen und Geborgenheit in Eure Begegnungen zu bringen. Vielleicht ist genau das die Gelegenheit, die Dir diese schwierige Situation schenken möchte.
Schenke Zeit – aber verliere Dich nicht selbst
Pflegende Angehörige geraten häufig an ihre Belastungsgrenze. Viele glauben, sie müssten alles allein schaffen. Doch Selbstaufgabe hilft niemandem.
„Wenn Du Dich um einen demenzkranken Menschen kümmerst, schenkst Du ihm nicht nur Zeit und Aufmerksamkeit. Du nimmst ihm auch Einsamkeit. Gleichzeitig pflanzt Du Samen für Deine eigene Zukunft. Das bedeutet nicht, Dich aufzugeben. Es bedeutet, das zu geben, was Du mit Freude geben kannst – und Dir Hilfe zu holen, wenn Du sie brauchst.“ (Julia)
Gerade dieser letzte Satz ist entscheidend. Im Karmic Management gilt: Gute Taten entfalten ihre Kraft besonders dann, wenn sie aus Freude entstehen – nicht aus Verbitterung oder Pflichtgefühl.
Wenn Du Unterstützung brauchst, dann nimm sie an. Wenn Du Urlaub brauchst, dann fahre. Ein schlechtes Gewissen macht weder Dich noch Deinen Angehörigen gesünder.
Vergebung ist ein Geschenk an Dich selbst
Nicht jede Mutter-Kind-Beziehung war liebevoll. Manche Menschen pflegen Eltern, mit denen sie jahrzehntelang Konflikte hatten. Das macht alles unendlich viel schwerer. Dennoch kann gerade diese Zeit eine Chance sein, Frieden zu schließen.
„Die Demenz meiner Mutter ist rückblickend ein Geschenk meines Lebens. Nicht weil die Krankheit schön gewesen wäre – ganz im Gegenteil. Sondern weil ich die Chance bekam, alte Themen zu heilen, Worte auszusprechen, die jahrzehntelang unausgesprochen geblieben waren, und Frieden mit meiner Mutter zu schließen.“ (Julia)
Vergebung bedeutet dabei nicht, vergangenes Verhalten gutzuheißen. Vergebung bedeutet, den eigenen Groll loszulassen.
In den alten Schriften des Buddhismus wird Groll oft mit einer glühenden Kohle verglichen, die wir selbst festhalten. Sie verbrennt vor allem unsere eigene Hand. Je früher wir lernen loszulassen, desto leichter wird unser eigener Weg.
Hilflosigkeit verwandeln
Viele Angehörige erleben das Gefühl, nichts mehr tun zu können. Die Tong Len-Meditation kann dabei unterstützen. Dabei stellst Du Dir vor, den Schmerz eines anderen Menschen liebevoll aufzunehmen und ihm stattdessen Frieden, Kraft und Geborgenheit zu schenken.
Egal, ob man diese Meditation spirituell oder psychologisch betrachtet, entscheidend ist, dass sie aus der passiven Hilflosigkeit wieder aktives Mitgefühl entstehen lässt.
Ebenso hilfreich ist es, andere Menschen zu ermutigen, Verantwortung zu übernehmen. Nicht alles muss auf Deinen Schultern liegen. Kontrolle loszulassen bedeutet oft auch, Vertrauen wachsen zu lassen.
HIER findest Du eine Aufzeichnung von einer Ton Len Meditation.
Was, wenn ich selbst Angst vor Demenz habe?
Viele Menschen kennen diese Sorge. Vor allem dann, wenn Demenz bereits mehrfach in der Familie aufgetreten ist. Anstatt ausschließlich in Angst zu leben, können wir heute bewusst Samen für geistige Klarheit pflanzen.
Dazu gehört für uns:
- sich mit Weisheitslehren beschäftigen,
- regelmäßig meditieren,
- achtsam statt im Dauer-Multitasking leben,
- den Geist bewusst trainieren,
- anderen Menschen Orientierung und Klarheit schenken.
Multi-Tasking beenden
Unsere moderne Welt verlangt ständig Aufmerksamkeit auf mehreren Ebenen gleichzeitig. Social Media, Nachrichten, E-Mails und permanente Ablenkung führen dazu, dass unser Geist kaum noch zur Ruhe kommt.
Meditation ist deshalb nicht einfach Entspannung, sie ist Konzentration.
Sie trainiert den Geist darin, bei einem einzigen Objekt zu bleiben und nicht ständig neuen Gedanken hinterherzulaufen. Auch das kann ein wertvoller Beitrag sein, den eigenen Geist bewusst zu pflegen.
Aus Problemen Meisterwerke machen
„Die Demenz meiner Mutter gehört rückblickend zu den größten Geschenken meines Lebens.“ (Julia)
Ein mutiger Satz, denn niemand würde sich eine solche Krankheit wünschen. Und doch steckt darin eine wichtige Erkenntnis. Schwierige Erfahrungen müssen nicht nur Verlust bedeuten. Sie können auch Räume öffnen, die vorher verschlossen waren. Sie können Beziehungen heilen, alte Verletzungen verwandeln und uns wachsen lassen.
Das macht die Krankheit nicht leichter.
Aber sie bekommt eine neue Bedeutung.
Im Karmic Management sprechen wir davon, Probleme in Meisterwerke zu verwandeln. Nicht, indem wir Leid schönreden, sondern indem wir fragen:
Welche Gelegenheit steckt in dieser Situation?
Vielleicht ist es die Gelegenheit, mehr Mitgefühl zu entwickeln.
Vielleicht ist es die Einladung, alte Konflikte loszulassen.
Vielleicht ist es die Chance, Frieden zu schließen – mit einem geliebten Menschen und mit Dir selbst.
Denn genau darin liegt oft das größte Geschenk, das selbst eine schwere Lebensphase bereithalten kann.
Diese Podcast-Folgen könnten Dich auch interessieren:

Gesundheit beginnt nicht im Körper, sondern in Deinem Inneren. Pflanze Samen für mehr Energie, Wohlbefinden und Lebensfreude.



