Was ist mit dem Karma der anderen? – Folge 74

von Eva Balzer | Business, Karriere & Erfolg, Mindset & Glück

Wenn Du die Prinzipien des Karmic Managements anwendest kommst Du irgendwann an einen Punkt, wo Du Dich fragst: Was ist eigentlich mit dem Karma der anderen? Soll ich sie davon abhalten schlechtes Karma zu erzeugen?

Den Podcast kannst Du auch hier anhören:

Eva Balzer Podcast Karma mal machen
Eva Balzer Podcast Karma mal so machen
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Was ist eigentlich mit den anderen? Warum Du Dich im karmischen Management zuerst um Dein eigenes Karma kümmern solltest

Eine der häufigsten Fragen, die mir Menschen stellen, wenn sie beginnen, sich mit den karmischen Prinzipien zu beschäftigen, lautet:

„Wenn alles aus meinen Samen kommt – was ist dann mit den anderen? Pflanzen sie nicht auch Karma? Und muss ich sie nicht davor schützen, schlechte Samen zu säen?“

Diese Frage ist absolut nachvollziehbar. Denn sobald wir verstehen, dass unsere Welt das Ergebnis unserer eigenen Ursachen ist, entsteht fast automatisch die nächste Frage: Welche Rolle spielen dann eigentlich die anderen Menschen?

Die Antwort ist einfacher, als sie zunächst erscheint – und gleichzeitig eine der größten Herausforderungen auf dem Weg des karmischen Managements.

Ja, die anderen sind real

Wer zum ersten Mal hört, dass alles, was wir erleben, aus unseren eigenen Samen entsteht, zieht manchmal den falschen Schluss: „Dann gibt es die anderen Menschen ja gar nicht.“

Doch genau das sagen die alten Schriften nicht. Der Mensch, mit dem Du einen Konflikt hast, ist real. Der Nachbar, der Dich verklagt, existiert. Die Kollegin, die Dich kritisiert, ist ebenfalls real. Auch der Gerichtstermin oder der Brief vom Amt sind keine Einbildung. Sie alle sind Teil Deiner Wirklichkeit.

Der entscheidende Unterschied ist jedoch: Du erlebst genau diese Version dieser Menschen aufgrund Deiner eigenen karmischen Samen. Nicht die Realität wird bestritten – sondern die Vorstellung, dass sie unabhängig von Dir existiert.

Die Falle: Wir kümmern uns lieber um das Karma der anderen

Sobald wir beginnen, die karmischen Prinzipien zu verstehen, passiert etwas Interessantes. Unser Geist richtet sich erstaunlich schnell wieder nach außen.

"Aber der andere pflanzt doch gerade schlechtes Karma!"

"Muss ich ihn nicht warnen?"

"Was passiert denn mit ihm?"

Doch genau hier liegt eine der größten Fallen. Denn während wir über das Karma anderer nachdenken, kümmern wir uns nicht mehr um unser eigenes. Dabei ist genau das der einzige Bereich, den wir tatsächlich verändern können. Im karmischen Management beginnt jede Veränderung bei uns selbst.

Immer.

Verändere Deine Samen – nicht den anderen

Wenn Dir jemand das Leben schwer macht, liegt der Impuls oft nahe, den anderen verändern zu wollen.

Doch karmisch betrachtet bringt Dich das nicht weiter. Die entscheidende Frage lautet: Welche Samen in mir lassen genau diese Situation entstehen?

Vielleicht geht es um Rechthaberei. Vielleicht um mangelnde Kulanz. Vielleicht darum, Konflikte lieber mit Druck als mit Verständnis lösen zu wollen. Anstatt Energie darauf zu verwenden, das Verhalten anderer zu analysieren, lohnt es sich viel mehr, das eigene Verhalten zu verändern. Denn neue Samen erschaffen eine neue Welt - nicht neue Diskussionen.

Mitgefühl statt Bewertung

Heißt das nun, dass uns das Verhalten anderer völlig egal sein sollte?

Nein.

Mitgefühl ist etwas völlig anderes als Bewertung.

Wenn jemand offensichtlich sehr hart, verletzend oder ungerecht handelt, kann durchaus der Gedanke entstehen: "Wenn das tatsächlich die Ursachen sind, die dieser Mensch setzt, wird er die Folgen irgendwann selbst erleben."

Dieser Gedanke sollte jedoch nicht zu Schadenfreude führen, sondern zu Mitgefühl. Denn niemand wünscht sich Leid. Wenn wir selbst unter den Folgen unserer eigenen Samen leiden, wünschen wir uns schließlich ebenfalls Verständnis und keine Verurteilung.

Darf ich andere warnen?

Ja – aber mit der richtigen Motivation. Wenn ein guter Freund einen großen Fehler macht oder völlig überzogen auf eine Situation reagiert, dürfen wir selbstverständlich unsere Sichtweise teilen. Allerdings nicht aus Überlegenheit, nicht als Drohung und schon gar nicht mit Sätzen wie: "Damit pflanzt Du aber ganz schlechtes Karma."

Solche Aussagen helfen selten. Sie wirken eher wie moralischer Druck. Viel hilfreicher ist eine ganz menschliche Perspektive: "Glaubst Du nicht, dass der andere einfach einen Fehler gemacht hat?" oder "Wie würdest Du Dir wünschen, dass andere mit Dir umgehen, wenn Dir so etwas passiert?"

Empathie erreicht oft mehr als jede spirituelle Belehrung.

Wir wissen gar nicht, wer die anderen wirklich sind

Ein weiterer Gedanke aus den alten Schriften verändert den Blick auf Konflikte grundlegend. Wir wissen nämlich gar nicht, wer der andere wirklich ist.

Natürlich sehen wir sein Verhalten, wir erleben seine Worte doch wir kennen seine Motivation nicht. Vielleicht handelt er aus Angst, Überforderung oder Mitgefühl. Vielleicht ist die Situation sogar genau die Lektion, die wir gerade brauchen.

Das klingt zunächst ungewohnt. Doch sobald wir aufhören zu glauben, andere vollständig beurteilen zu können, entsteht etwas Wertvolles: Demut.

Denn wir erkennen, wie wenig wir tatsächlich wissen.

Was möchte mir diese Situation zeigen?

Anstatt zu fragen: "Warum verhält sich dieser Mensch so?" könnte die spannendere Frage lauten: "Warum sehe ich genau dieses Verhalten?"

Welche Eigenschaft spiegelt mir diese Situation?

Wo handle ich selbst ähnlich?

Vielleicht nicht in der Partnerschaft, sondern im Beruf.

Vielleicht nicht gegenüber meinem Nachbarn, sondern gegenüber meinen Kindern.

Vielleicht kritisiere ich ständig andere.

Vielleicht muss immer ich Recht haben.

Vielleicht korrigiere ich Menschen ungefragt.

Oft entdecken wir dieselben Muster an völlig anderen Stellen unseres Lebens.

Rechthaben ist oft teurer, als wir denken

Ein Muster begegnet mir besonders häufig: Rechthaberei.

Viele Konflikte entstehen nicht, weil Menschen böse sind. Sondern weil jeder beweisen möchte, dass seine Sichtweise die richtige ist. Doch jedes Mal, wenn wir glauben, genau zu wissen, wie andere denken, handeln oder fühlen, überschreiten wir eine Grenze.

Wir beurteilen etwas, das wir gar nicht vollständig erkennen können. Die Folge? Wir erschaffen neue Samen für weitere Konflikte.

Je weniger wir urteilen, desto friedlicher wird unsere Welt.

Die Welt verändert sich mit Dir

Vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis des karmischen Managements.

Du musst nicht die Welt verändern.

Du musst nicht jeden Menschen überzeugen

Du musst nicht jedes Verhalten korrigieren.

Alles, was Du wirklich verändern kannst, bist Du selbst.

Deine Gedanken.

Deine Worte.

Deine Handlungen.

Wenn Du beginnst, verständnisvoller zu reagieren, weniger zu urteilen und bewusster neue Samen zu pflanzen, verändert sich Schritt für Schritt auch Deine Welt. Nicht, weil die anderen plötzlich andere Menschen werden sondern weil Du andere Ursachen erschaffen hast. Und genau das ist die eigentliche Kraft der karmischen Prinzipien.

Eva Balzer Live

Was immer Du vom Leben willst, musst Du zuerst anderen geben. Wirklicher Erfolg beruht nicht auf Leistung, sondern auf den Samen, die Du pflanzt, wenn Du andere unterstützt.

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