Immer wieder die gleichen Trigger? So durchbrichst Du den Kreislauf – Folge 85

von Eva Balzer | Karmic Parenting, Mindset & Glück

KARMIC PARENTING #5: Kennst Du das? Dein Kind sagt oder tut etwas – und sofort bist Du getriggert. Die gleiche Situation, die gleiche Reaktion, die gleiche Wut. Und hinterher fragst Du Dich vielleicht: Warum passiert mir das immer wieder? 😅
Im Karmic Management gibt es dafür eine überraschende Erklärung. Was wäre, wenn Dein Kind, das Dich immer wieder so erfolgreich triggert, an und für sich gar nicht „existiert“?
In dieser Folge sprechen Jan und ich darüber, wie Trigger, Wut und Konflikte in der Familie aus karmischer Sicht entstehen – und wie Du diesen Kreislauf durchbrechen kannst.

Den Podcast kannst Du auch hier anhören:

Eva Balzer Podcast Karma mal machen
Eva Balzer Podcast Karma mal so machen
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Der „zweite Ehemann in der Küche“: Das karmische Werkzeug, um Trigger in der Familie zu stoppen

Du kennst den Moment: Dein Kind macht etwas Kleines, eigentlich nichts Dramatisches, und in Dir geht sofort die Sirene an. Gleiche Situation, gleiche Wut, gleiche Worte - hinterher bereust Du Deine Reaktion. Und dann der Gedanke: Warum passiert mir das immer wieder?

Wenn wir getriggert werden, fühlt es sich persönlich an. Unfair. Grundlos. Als hätte jemand beschlossen, genau heute genau diesen Knopf zu drücken. Im Karmic Management verwenden wir das Werkzeug „Der zweite Ehemann in der Küche“ um die Situation zu verändern. 

Stell Dir vor, in deiner Küche stehen zwei Versionen derselben Person: Eine, über die Du Dich aufregst (der Unfaire, der Dich "grundlos" anschreit), und eine, die das Ergebnis Deiner eigenen vorherigen Handlung, Deiner Samen, ist (der „Korrekte“, den Du im Moment nur nicht sehen kannst).

Warum ist das so wirksam? Wenn Du die Perspektive veränderst, reagierst Du anders, pflanzt andere Samen und erkennst: Da läuft ein Muster, das ich verändern kann.

„Wir sehen nicht die Welt im kausalen Zusammenhängen sondern nur in unmittelbaren Zusammenhängen.“ (Eva)

 „Unmittelbar“ heißt, Du siehst nur den Auslöser im Jetzt (Kind trödelt, Partner motzt, Blick rollt). „Kausal“ heißt, Du stellst die Frage, die Dich aus der Wut rausführt: Was habe ich selbst vorher in die Welt gesetzt, das sich jetzt als Situation zeigt?

Das ist keine Einladung zur Selbstanklage. Es ist eine Einladung zur Steuerung.

Der Trigger-Kreislauf: „Sei halt nicht wütend“ funktioniert nicht

Viele Eltern versuchen, Trigger mit Kontrolle zu lösen: zusammenreißen, lächeln, „ruhig bleiben“. Das klappt selten, weil es am Symptom herumdoktert und weil es oft in Unterdrückung kippt.

Eva und Jan sind da sehr klar: Es geht nicht darum, Gefühle wegzuschieben. Es geht darum, den Mechanismus zu verstehen, der Dich immer wieder in dieselbe Schleife zieht.

Du gibst Dir Mühe, der Tag ist voll, Du brauchst Kooperation. Und dann passiert das Gegenteil: Wut schießt hoch, Du sagst etwas Hartes, pflanzt damit den nächsten Konflikt.

In der Geschichte des Werkzeugs "Der zweite Ehemann in der Küche" sagt die Mutter zu ihren Kindern: „Ihr seid wirklich die schlimmsten Kinder überhaupt.“ Eine Woche später schreit der Ehemann sie an: „Du bist die schlimmste Ehefrau überhaupt.“

„Die Worte haben gesessen, die innere Videokamera hat das aufgezeichnet. Du hast einen Samen gepflanzt, der jetzt aufgeht.“ (Jan)

Dieses Bild der „inneren Videokammer“ ist praktisch, weil es zwei Dinge gleichzeitig klarmacht:

  1. Du kannst nichts pflanzen, ohne dass es zu Dir zurückkommt.
  2. Was Du in anderen kritisierst, wird künftig an Dir bemängelt werden.

Wenn Du verstehst, dass Du durch Deine Reaktion neue Samen pflanzt, kannst Du Dich bewusst dazu entscheiden, den Kreislauf zu durchbrechen.

Der wichtigste Satz, um den Kreislauf zu durchbrechen: „Ich bin getriggert, ich gehe kurz raus.“

Wenn Du mitten in einer Situation steckst, in der Du getriggert wirst, brauchst Du eine Notfallbrücke. Etwas, das Du sagen kannst, ohne Öl ins Feuer zu gießen.

„Ich bin getriggert… ich gehe kurz raus. wir sprechen gleich.“ (Jan)

Warum ist das so stark?

  • Es stoppt Deine Reaktion, bevor Worte fallen, die Du später bereust.
  • Du übernimmst Verantwortung, ohne Schuld zu verteilen.
  • Du bist für Dein Kind ein gutes Vorbild, für eine Konfliktstrategie, die es später selbst nutzen kann.

Reboot statt Recht haben: So sprichst du nach dem Trigger, ohne zu beschuldigen

Der zweite Teil ist mindestens so wichtig wie das Rausgehen: Wie kommst du zurück, ohne den Streit wieder zu starten?

Eva trennt die Tatsache (ich bin getriggert) von der Anklage (du hast mich getriggert). Das klingt ähnlich, fühlt sich aber komplett anders an.

„Können wir noch mal neu anfangen?“ (Eva)

Das ist der Zaubersatz.

Das ist kein Wegducken. Das ist Führung. Du setzt einen neuen Rahmen: Wir lösen das, ohne uns zu verletzen.

Das ist unbequem für das Ego, aber Gold für die Beziehung. 

„Mach dich nicht fertig“: Warum Selbstkritik nach dem Ausrutscher alles schlimmer macht

Viele Eltern kennen die zweite Welle nach dem Trigger: Schuldgefühle. Grübeln. Inneres Schimpfen über sich selbst. Und genau das ist der Moment, in dem du den nächsten Kreislauf vorbereitest, nur diesmal gegen Dich.

„Ich stelle fest war falsch… ich entschuldige mich und stelle fest, oh, hatte ich noch Samen für eine komische Reaktion.“ (Jan)

Das ist ein erwachsener Umgang mit Fehlern: Verantwortung, Wiedergutmachung, weitergehen. Ohne Selbstzerstörung.

Eva ergänzt den strategischen Teil: Allein das bewusste Erkennen setzt schon den nächsten Samen, nämlich für bessere Reaktionen beim nächsten Mal.

Warum das wichtig ist: Wenn Du Perfektion erwartest, gibst Du nach dem ersten Rückfall auf. Wenn Du Übung erwartest, bleibst Du dran. Und genau das verändert langfristig dein Familienklima.

Der versteckte Bonus: Deine Kinder lernen Konfliktlösung, ohne dass du es „unterrichtest“

Eltern fragen oft: Wie bringe ich meinem Kind bei, mit Emotionen umzugehen? Die unbequeme Antwort: Weniger durch Erklären, mehr durch Vorleben.

„Kinder tun ja nicht das was du ihnen sagst sondern was du tust.“ (Jan)

So wird aus „anstrengender Erziehungsarbeit“ echte Kultur wird. Konflikte dauern dann nicht mehr Tage, sondern Minuten.

Warum? Weil weniger personalisiert wird. Weniger bewertet. Weniger beschuldigt. Und genau das entschärft die Dramatik, bevor sie groß wird.

Praktischer Notfallplan: 5 Schritte, die Du beim nächsten Trigger testen kannst

1) Trigger erkennen
Sag innerlich: „Ich bin getriggert.“ Nicht: „Du nervst.“

2) Stoppschild setzen und rausgehen
Wenn Freundlichkeit nicht möglich ist, geh raus. Wenn Du sprechen kannst, sag den Satz: „Ich brauche eine Minute, ich komme wieder.“

3) Dich an den „zweiten Ehemann in der Küche“ erinnern
Frag Dich: Reagiere ich gerade auf die Person, die mich "grundlos" anschreit oder auf die Person, von der ich denke, dass sie das Resultat meiner früher gepflanzten Samen ist?

4) Reboot anbieten
Komm zurück und sag: „Können wir noch mal neu anfangen?“

5) Ohne Schuld sprechen, um Hilfe bitten
„Ich habe jetzt gerade komisch reagiert. Kannst Du mir helfen zu verstehen?“ (So bleibt die Tür offen.)

Wenn du trotzdem ausrastest: Entschuldigen, lernen, weitergehen. Kein inneres Tribunal.

„Es geht nicht darum perfekt zu sein, sondern sich immer wieder zu erinnern.“ (Jan)

Eva Balzer Live

Liebevolle Verbindung beginnt nicht beim Verhalten Deines Kindes, sondern bei Deinen Samen. Mit Karmic Parenting pflanzt Du Vertrauen, Verständnis und echte Verbundenheit.

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